Seit 2010 arbeite ich als freiberufliche Regisseurin und inszenierte bisher u. a. bei den Bad Hersfelder Festspielen, Pfalztheater Kaiserslautern, Landesbühnen Sachsen, Grenzlandtheater Aachen, Theater Altenburg-Gera, Landesbühnen Niedersachsen Nord, Theaterhaus Stuttgart, Theater Nordhausen, Klang! Festival Bielefeld, FITZ! Stuttgart und Theater Praesent Innsbruck.
Von 2021 bis April 2024 war ich Künstlerische Betriebsdirektorin der Bad Hersfelder Festspiele. Von 2015- 2016 Künstlerische Leiterin des Freien Produktionshauses TIG7 in Mannheim. 2013 erfolgte die Gründung des Theaterlabels WIR.Jetzt!.
Für dieses spartenübergreifende Theaterlabel entstanden bisher sieben Produktionen. Darunter die 2018 mit dem Förderpreis Klassik ausgezeichnete Produktion Der fliegende Holländer als multimediales Klangspektakel.
Als Co- Regisseurin war ich für die Spoken Words Produktion Der Hagestolz mit Philipp Hochmair & Die Elektrohand Gottes engagiert. Diese Produktion wurde im September 2024 mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis Cross Over ausgezeichnet.
Theater entsteht für mich im Zusammenspiel von Klarheit, Vertrauen und gemeinsamer Suche.
Als Theaterregisseurin interessieren mich die Räume zwischen Struktur und Freiheit. Ich arbeite mit klaren Setzungen und einem präzisen Rahmen, innerhalb dessen sich Prozesse entfalten können. Mich beschäftigt die Frage, wie künstlerische Arbeit entstehen kann, wenn Vertrauen, Offenheit und Konzentration vorhanden sind – Bedingungen, die es erlauben, zu suchen, zu scheitern, neu anzusetzen und Unbekanntes zu wagen.
Meine Arbeit ist geprägt von zehn Jahren eigener Bühnenerfahrung als Schauspielerin. Die Perspektive der Spielenden begleitet mich bis heute. Sie schärft meinen Blick für körperliche Prozesse, für Präsenz, für die Dynamiken innerhalb eines Ensembles und für die Bedingungen, die künstlerisches Arbeiten ermöglichen.
Ich verstehe Regie als einen dialogischen Prozess. Dabei ist mir die Zusammenarbeit mit Künstler:innen unterschiedlicher Sparten besonders wichtig. Texte betrachte ich nicht als abgeschlossene Gebilde, sondern als Ausgangspunkte für Übersetzungen in Raum, Klang, Körper und Atmosphäre. Deshalb entstehen meine Arbeiten häufig in engem Austausch mit Musiker:innen, Ausstatter:innen und weiteren künstlerischen Partner:innen.
Mich interessieren Strukturen und Zusammenhänge, die unter der Oberfläche liegen. Ich suche nach Verbindungen, die nicht sofort sichtbar sind, und nach Formen, die Komplexität erfahrbar machen, ohne sie zu vereinfachen. Bedeutung entwickelt sich für mich nicht allein aus einer Idee, sondern aus dem gemeinsamen Arbeiten, Beobachten und Verdichten.
In den Proben versuche ich geschützte Räume zu eröffnen, in denen künstlerische Prozesse angstfrei stattfinden können. Struktur verstehe ich dabei nicht als Kontrolle, sondern als Grundlage für Freiheit. Aus dieser Spannung heraus entstehen Arbeiten, die präzise und zugleich lebendig sind – mit Raum für Überraschungen, Widersprüche und Humor.
Foto: Heike Blenk